Theaterpädagogische Klassen
Theaterpädagogische Klassen am Hölderlin-Gymnasium Heidelberg - 5./6. Klasse

Im Schuljahr 2010/11 startete aus einer langen Tradition heraus am Hölderlin-Gymnasium die Umsetzung des Konzeptes theaterpädagogischer Klassen. Seitdem steht den Kindern der 4. Klassen für den Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium neben den bewährten Bläserklassen ein weiteres pädagogisch begründetes  Angebot im Sinne einer ganzheitlichen Grundbildung als Basis für alle weiteren Lernprozesse zur Wahl.

 


Was ist eine Theaterpädagogische Klasse?

In zwei Poolstunden pro Woche erfahren die Kinder mehr über sich und ihre soziale Umwelt. Sie werden in der gemeinsamen, zielgerichteten Arbeit sensibilisiert für eine bewusstere Wahrnehmung ihrer eigenen Persönlichkeit und der ihres Gegenübers. Hier kann jeder Einzelne im geschützten Raum der Klasse eigene Stärken ausbauen, Schwächen erkennen und überwinden. So können Selbstvertrauen und Gemeinschaftssinn als wichtige Grundlagen für Lernfreude und Leistungsmotivation wachsen und entwickelt werden.

 

Wie profitieren Schülerinnen und Schüler von der Theaterarbeit?


1. Theaterarbeit entwickelt spielerisch-künstlerisch die Ausdrucksmöglichkeiten jedes Einzelnen

 

Im Wechselspiel kognitiver und emotionaler Impulse erwächst  ein ganzheitliches Erleben im Spannungsfeld zwischen Dynamik, Bewegung und Anspannung einerseits und Konzentration, Ruhe und Entspannung andererseits. Dabei geht es stets um die Entdeckung des eigenen Erlebens, wie auch um die Einfühlung in das Erleben der anderen.
 
  • handlungs- und verhaltensorientierte Ausdrucksmöglichkeiten:

        Im darstellenden Spiel werden Handlungs- und Verhaltensmuster für die eigene Wirklichkeit wahrgenommen und erprobt.

  • Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers:

        Gestik, Mimik und Körpersprache entwickeln durch Dynamik, Stille, Rhythmus und Spannungswechsel ein umfassendes Bewusstsein der eigenen Körperlichkeit.

  • Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache:

        Rhetorik, Stimme und Artikulation werden geschult und eröffnen neue Möglichkeiten in der Kommunikation.

 

 

2. Theaterarbeit entfaltet die Kompetenzen für ein selbstmotiviertes und zielgerichtetes Lernen

 

 Die beabsichtigten Effekte:

  • Entwicklung der Persönlichkeit jedes Einzelnen
  • Erweiterung der Kreativität und Spontaneität
  • Stärkung des Selbstbewusstseins, der Selbstsicherheit
  • Schulung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Förderung der Sozialkompetenz
  • Förderung kooperativen Verhaltens
  • Erweiterung der Kommunikationskompetenz
  • Förderung der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung
  • Verbesserung des Klassen- und Lernklimas
  • Entwicklung der Selbststeuerungsfähigkeit und der Selbstkontrolle
  • Stärkung des gegenseitigen Vertrauens und der Verantwortlichkeit füreinander
  • Verbesserung der Beziehungsqualität
 
 
Gibt es Aufführungen?

Ziel ist nicht die Inszenierung von Bühnenstücken. Dennoch wird es sicher im Laufe der Fortentwicklung ein Bedürfnis der Schülerinnen und Schüler sein, ihre wachsenden Kompetenzen vor einem Publikum zu präsentieren. Hierfür wird es selbstverständlich eine Bühne geben.
In diesem Zusammenhang können die Aspekte Raumgestaltung, Musik, Kostüm, Requisit und Bühnenbild in vielfacher Weise entfaltet werden. Dieser integrative Umgang mit Raum, Klang, Form, Farbe und Gestalt fördert in besonderer Weise die Bildung von ästhetischen Fähigkeiten.
 
 
Wer unterrichtet die Klassen?

Den theaterpädagogischen Unterricht führen pro Klasse zwei Lehrkräfte des Hölderlin-Gymnasiums im Team durch, die eine spezielle Ausbildung zu Theaterpädagogen/-innen in der Theater- und Spielberatung Baden-Württemberg e.V. absolviert haben. Derzeit sind dies sechs ausgebildete LehrerInnen: Frau Goodwin, Frau Philipp, Frau Müller, Frau Friedrich, Frau Koch, Frau Hochhuth und Herr Lohscheller.

Die prozessorientierte Arbeit wird in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Deutschlehrkraft ausgestaltet. Fächerverbindender Unterricht mit Sprachen, Kunst, Musik und Sport bietet sich mehrfach an.
 
 
Welche theaterpädagogischen Angebote schließen sich an?

  • 7./ 8. Klasse: Projekt mit theaterpädagogischem Zugang im Fach Deutsch für alle Klassen
  • 11./12. Klasse: Wahlpflichtfach „Theater und Literatur“, zweistündig, mit der Möglichkeit einer Präsentationsprüfung im Abitur
  • Theater-Arbeitsgemeinschaft

 

 

Autoren: Monica Goodwin, Dorit Philipp, Christopher Schmachtenberg